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SPD Neutraubling.

Diskussion zum Thema Leiharbeit - Zeitarbeit :

Bundespolitik

Leiharbeiter werden bestellt wie Ware – der Mensch im „Materialkostenblock“
Sepp Weitzer informierte und diskutierte bei der SPD. Der stellvertretender Gesamtbetriebsrat und stellvertretender Landrat sowie Mitglied im Aufsichtsrat des größten Unternehmens am Industriestandort Neutraubling kennt alle Facetten zum Thema Leiharbeit und Zeitarbeit und kann sie ausgezeichnet beurteilen und darstellen.

Das Instrument Leiharbeit sei seinerzeit „aufgeweitet“ worden, damit Wirtschaft und Industrie Personalengpässen in starken Umsatzzeiten entgegenwirken kann und konkurrenzfähig bleibt, so Sepp Weitzer. Dem Arbeitgeber ermöglicht das Instrument Leiharbeit eine höhere Flexibilität bei Auftragsschwankungen. Fest angestelltes Personal unterliegt einem Kündigungsschutz, der eingehalten werden muss. Es gibt hochqualifizierte Leiharbeiter die gut verdienen, eventuell mehr als Festangestellte, da die Auslöse steuerfrei ist. Das bedeutet allerdings, dass auch weniger in das Sozialsystem einbezahlt wird. Das hat verheerende Auswirkungen in der Zukunft, denke man dabei an die Rentenkasse und an das Gesundheitssystem.
Der einfache Facharbeiter erhält mitunter schlechtere Konditionen, wie die festangestellten Mitarbeiter. Bei gering qualifizierten Arbeitskräften stellt der Leiharbeiter eine große Kostenersparnis für den Unternehmer dar. Leiharbeiter kann man bestellen wie Ware und sie werden auch in der Buchführung so geführt. Sofern die Tätigkeit schnell anlernbar ist, wird bei Ausfall sofort ein neuer Leiharbeiter geordert. Der Leiharbeiter unterliegt einem ständigen Leistungshochdruck. Meist gibt es kein Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld wie beim Stammpersonal. Traurig, auch die Tatsache, dass es Unternehmen gibt, die es den Leiharbeitern nicht erlauben in die Kantine oder zum Betriebsarzt zu gehen. Oftmals verzichten Leiharbeiter auf den Ausgleich von Überstunden und gehen sogar krank zu Arbeit, immer in der Hoffnung auf eine zukünftige Festanstellung.
Nur ca. 20 % der Leiharbeiter, je nach Statistik, haben jedoch eine Chance und werden vom Arbeitgeber irgendwann fest eingestellt. Es ist nicht in Ordnung, dass Leiharbeiter wie so oft über Jahre bei einer Firma als Leiharbeiter tätig sind. Das ist ein Missbrauch des ursprünglichen Sinnes der Regelung, so Sepp Weitzer.

Einige Firmen haben das System Equal-Pay (gleiche Arbeit gleicher Lohn). Dennoch bekommen viele Leiharbeiter kein Weihnachtsgeld, weniger Urlaubsgeld, weniger Urlaubstage, keine Bonis. Als Arbeitnehmervertreter muss man propagieren, dass der Lohn für feste Arbeiter und Leiharbeiter gleich ist. Allerdings ist auch darauf zu achten, dass die Rendite der Firma gut bleibt.

Resümee Sepp Weitzer: Unternehmen müssen ein Instrument zur Verfügung haben, um sich gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können. Man sollte die Leiharbeit jedoch auf sechs Monate begrenzen. Allerdings erfordert dies eine europäische Regelung, ja fast schon eine weltweite Regelung, da sonst manche Länder einen Wettbewerbsvorteil hätten.

Zusammengefasste Meinung der Diskussionsteilnehmer:
Es ist menschenunwürdig, wenn der Mensch nur noch als Material gehandelt wird. Es muss eine Regelung gefunden werden, die dafür sorgt, dass das Lohnniveau höher wird und ein Mindestlohn eingeführt wird.

Oftmals sehen junge Menschen ihre einzige Chance in einem großen Unternehmen unterzukommen, über die Leiharbeit.

Aber wie kann ein junger Mensch sein Leben und eine Familie planen, wenn er keinerlei finanzielle Sicherheiten vorweisen kann? Das sind traurige Aussichten! Die Politik muss endlich reagieren.

Wir danken Sepp Weitzer für die realistische Darstellung der Fakten aus Sicht, sowohl der Arbeitgeber, der Betriebsräte bis hin zum Leiharbeitnehmer. Bei unseren Gästen bedanken wir uns für die wertvollen Diskussionsbeiträge.

Gabriele Drallmer
1. Ortsvereinsvorsitzende/Fraktionsvorsitzende
SPD-Neutraubling

 

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