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SPD Neutraubling.

„Energiewende JETZT“ alternative Lösungen für den Ausstieg aus der Atomenergie :

Umwelt

Die SPD Ortsvereine Neutraubling und Obertraubling hatten zum Informationsabend geladen.
Referent war der energiepolitische Sprecher der SPD Regensburg Herr Karl Söllner.
Er beleuchtete das Thema Atomausstieg von allen Seiten und verwies auf alternative Möglichkeiten der Energiegewinnung, die schon heute realisierbar sind.

Das Thema „Ausstieg aus der Atomenergie“ steht bei den
SPD-Ortsvereinen nicht erst seit Fukushima zur Debatte.

Bereits seit 2010, als die schwarz-gelbe Bundesregierung den Atomkonsens von 2000 gekippt und die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke durchgesetzt hat, beschäftigt sich die SPD vor Ort unermüdlich mit dieser Thematik. Hätte man an dem Atomkonsens, den seinerzeit die Bundesregierung (rot-grün) unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und Jürgen Trittin zusammen mit den Kraftwerksbetreibern ausgehandelt hat festgehalten, wäre man in Sachen Atomausstieg schon ein großes Stück weiter, so die Meinung der Ortsvereinsvorsitzenden Gabriele Drallmer und Beate Konrad. Aufgrund des Atomkonsenses wurde bereits 2002 das Kernkraftwerk in Obrigheim und Stade endgültig vom Netz genommen und im Jahr 2011 sollten vier weitere, darunter auch Isar I, endgültig abgeschaltet werden.

Karl Söllner in seinem Referat:
Für die SPD im Landkreis Regensburg steht fest:
. die sieben ältesten Atommeiler dürfen nicht mehr ans Netz gehen,
. die restlichen Atomkraftwerke müssen so schnell wie möglich abgeschaltet
werden,
. der Umbau des Energiesystems hin zu höherer Energieeffizienz, mehr
Erneuerbaren Energien, Ausbau intelligenter Stromnetze und die
Stromspeicherung müssen kräftig vorangebracht werden.
100% Erneuerbare Energien in Deutschland ist das Ziel.

Keinen Atomstrom importieren
Die immer wieder gestellte Frage „Wie schnell kann man aus der Atomenergie aussteigen? beantwortete der Experte mit dem Hinweis, dass derzeit 8,7 Gigawatt verfügbar seien und man somit sofort in der Lage sei, die ältesten Meiler in Deutschland vom Netz zu nehmen. Er warnte jedoch gleichzeitig vor der notwendigen Zwischenlagerung des atomaren Mülls vor Ort. Abschalten heißt nicht Unbedenklichkeit! Generell ging Söllner davon aus, dass man innerhalb von zehn Jahren alle Kernkraftwerke abschalten und den Strom durch andere Energiegewinnungsformen ersetzen könnte. Für die Interimszeit propagierte er statt Atomstrom aus Tschechien und Frankreich zu importieren, auf Gas- und Kohlekraftwerke zu setzen, da die Werke „der neueren Generation“ bedeutend mehr Leistung bei einem geringeren CO2 Ausstoß erzeugten. Langfristig kann es für ihn jedoch nur die Stromerzeugung mittels regenerativen Energien geben. Der Mensch habe schon immer von der Sonne gelebt, nun gelte es lediglich das ganze technisch zu nutzen, damit dieser Grundsatz auch für einen Industriestandort passt. Namhafte Institute hätten bereits vor 15 Jahren festgestellt, dass eine komplette Versorgung aus regenerativen Energiequellen in Deutschland realisierbar und bezahlbar sei.

Netzsicherheit und Speicherkapazitäten
Die Netzsicherheit beträgt derzeit 99,9956 Prozent, gab der Referent bekannt und setzte diese Zahl als Basisanspruch für die Zukunft fest. Strom in Deutschland hat nahezu einen Stellenwert wie das „tägliche Brot“.
Um diesen Stand auch bei der regenerativen Energieerzeugung halten zu können, müssen Systemtechniken zur Stabilisierung der flukturierenden Energieträger Sonne und Wind eingesetzt, die Stromnetze ertüchtigt und Speichermöglichkeiten ausgebaut werden.

ÖKO-Strom ist langfristig billiger.
Die Bevölkerung muss in die Planungen mit einbezogen werden, damit die Akzeptanz auch vor der eigenen Haustür stattfinden kann. Der Strompreis sei schon immer gestiegen, erinnerte der Referent an die vergangenen Jahre und verwehrte sich gegen die Argumente, dass Ökostrom zu einer Verteuerung führe, zumal hier lediglich die Investitions- und keine Energiekosten anfielen. Bei atomaren und fossilen Kraftwerken sind in den Strompreisen keine sozialen Kosten berücksichtigt. Seine Favoriten seien jedoch nicht die Großprojekte wie zum Beispiel Sonnenenergie aus der Wüste, die zu politischen Abhängigkeiten führen würden, sondern dezentrale kleinere Anlagen, an denen auch die Bevölkerung durch Wertschöpfung in der Region partizipiere.

In der anschließenden Aussprache wurde über die jetzt schon realisierbare alternative Energiegewinnung diskutiert.

Eine gezielte Aufklärung der Bevölkerung ist notwendig.
Es muss aufgezeigt werden, was heute schon möglich ist. Es müssen nicht nur Glühbirnen ausgetauscht werden, sondern auch Gesetze, damit der Umbau des Energiesystems gelingt. Der zuständige Bundesminister Peter Ramsauer könnte hier mit einem neuen Bundesbaugesetzbuch Einiges auf dem Weg bringen. Im Landkreis ist ein umfassendes Standortkataster für Erneuerbare Energien zu erstellen und die Gründung einer Energiegenossenschaft voranzutreiben. Der SPD Kreisverband hat schon vor einiger Zeit ein umfassendes Positionspapier zur Energiepolitik im Landkreis verabschiedet.

Photovoltaik/Solarthermie
Die Nutzung der Sonnenenergie zur Strom- bzw. Wärmeerzeugung ist auch in unseren Breiten sinnvoll, so Karl Söllner. Die Dachflächen im Landkreis Regensburg sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Kommunale Dächer (Schulen, Dienstgebäude etc.) sind für Bürgersolaranlagen zur Verfügung zu stellen. Ein neues Energiesystem, dass auf regionalen, erneuerbaren Energien basiert, bedeutet einen völligen Umbruch der Energieversorgung in Deutschland und bringt uns dabei viele Vorteile: Mehr Versorgungssicherheit und weniger Abhängigkeit durch wegfallende Energieimporte aus dem Ausland, klimaschonende Energieerzeugung und damit ein wichtiger Beitrag zur Einhaltung der Klimaschutzziele, mehr Wettbewerb im Energiemarkt, da das Oligopol der vier Energieriesen gebrochen wird. Dadurch auch langfristig sinkende Preise.

Und ganz wichtig: Durch den weiteren Ausbau der Vorrangstellung der deutschen Wirtschaft im Bereich der Erneuerbaren Energien sind bereits über 300.000 neue Arbeitsplätze entstanden und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen.

Wir bedanken uns bei uns bei Herrn Karl Söllner für seine wertvollen Informationen und bei unseren Gästen für die interessanten Diskussionsbeiträge.

Der Umbau des Energiesystems wird ein Kraftakt für uns alle.
Die SPD ist bereit ihren Anteil daran zu leisten. Packen wir es an. JETZT!

Gabriele Drallmer
1. Ortsvereinsvorsitzende SPD Neutraubling

 

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