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SPD Neutraubling.

Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus, dass wollte die Neutraublinger SPD wissen :

Wirtschaft

Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus, dass wollte die Neutraublinger SPD vom stellvertretenden Gesamtbetriebsrat der Fa KRONES und stellvertretenden Landrat Sepp Weitzer wissen.
Die Neutraublinger SPD hatte zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeitsplatz der Zukunft in Deutschland“ geladen.

Die Ortsvereinsvorsitzende Gabriele Drallmer begrüßte die Gäste und bedankte sich bei Sepp Weitzer, dass er sich als kompetenter Ansprechpartner aus Wirtschaft und Politik bereit erklärt hat, mit den Anwesenden zu diskutieren. Darüber hinaus freute sie sich, einen Genossen aus NRW, der momentan in Neutraubling arbeitet, willkommen heißen zu können.

„Auch die SPD im Deutschen Bundestag beschäftigt sich ausgiebig mit diesem überaus wichtigen Thema. Sie hat unter Leitung von der Parteivorsitzenden Olaf Scholz und Siegmar Gabriel am 15. März 2010 im Willy-Brandt-Haus ein Konzept vorgelegt, das Vorschläge für mutige arbeitsmarktpolitische Reformen beinhaltet. Für ein faires Deutschland, in dem jede und jeder gebraucht wird. Politik, die Wohlstand sichert und Solidarität stärkt, heißt es darin. Diese Thesen werden momentan in der Partei und mit gesellschaftlichen Gruppen diskutiert. Das Konzept soll dann auf dem Bundesparteitag im September beschlossen werden“, informierte Gabriele Drallmer.

Zunächst war man gespannt auf die Einschätzung der derzeitigen Arbeitsmarktsituation von Sepp Weitzer.

„Auf den richtigen Anfang kommt es an“, so Sepp Weitzer.
Die Weichen werden schon in der Wiege gestellt, nicht erst wenn die Kinder zur Schule gehen. Leider ist es immer noch so, dass das Elternhaus und die Bildung der Eltern maßgebend entscheidend sind für die Lebensentwicklung der Kinder. Die Bildung und Ausbildung der Kinder fängt schon im Vorschulalter an. Kinder die sehr früh gefördert werden, kommen mit anderen Voraussetzungen in die Schule. Motto Sepp Weitzer: „Lernen von Anfang an“. Kind muss und soll jedoch auch noch Kind bleiben dürfen! Kinder müssen gezielt individuell gefördert werden – speziell nach Begabung. Besonders wichtig ist dies auch vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund, damit sie noch vor Schulanfang sprachlich gefördert werden können.

Gefordert wird der Ausbau des Ganztagsschulangebots
Für Sepp Weitzer ist auch sehr wichtig, dass beide Elternteile die Möglichkeit haben, ihre Berufswünsche zu verwirklichen. Heutzutage ist es für die meisten Menschen zwingend erforderlich, dass beide zum Lebensunterhalt beitragen und Geld verdienen. Deshalb setzt sich Sepp Weitzer auch besonders für den Ausbau des Ganztagsprogramms ein. Früher wuchsen die Kinder in sogenannten Großfamilien auf, das ist heute leider nicht mehr der Fall. Die Eltern sind deshalb auf ein großzügiges, finanziell leistbares Betreuungsangebot für ihre Kinder angewiesen.

Es gibt noch viel Nachbesserungsbedarf beim mehrgliedrigen Schulsystem.
Auch findet der Hauptschulabschluss und Mittelschulabschluss bei den Unternehmen oftmals nicht die notwendige Anerkennung. Von der Förderschule leider noch gar nicht gesprochen. Aber brauchen wir denn nur noch Akademiker?“, stellt Sepp Weitzer die Frage.

Wir brauchen für den Wirtschaftsstandort Deutschland hochqualifizierte Arbeitskräfte, um konkurrenzfähig bleiben zu können, die einhellige Meinung der Anwesenden. „Deshalb müssen unsere Kinder und Jugendlichen die bestmögliche Bildung und Ausbildung erfahren dürfen, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern“, die Worte von Siegfried Arbinger.

Auch an der Ausbildung der Erzieher und Lehrkräfte sollte nachgebessert werden, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, die Meinung von Andreas Siedentop.

Der Ruf nach weiterer qualifizierter Zuwanderung ist für Sepp Weitzer dann in Ordnung, wenn wir hier vor Ort unsere Hausaufgaben gemacht haben und alle die heute hier in Deutschland wohnen vernünftig leben können.

Im Mittelpunkt unseres Konzeptes für die Zukunft muss ein „Normalarbeitsverhältnis“ stehen- sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, sicher und zu fairen Löhnen. Sepp Weitzer: „Dazu zählt ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro, die sofortige Abschaffung sachgrundloser Befristung und die Einschränkung von Leiharbeit“. Leider hat dies die SPD in ihrer letzten Regierungszeit versäumt, die Geister die sie selbst rief wieder einzufangen.

„Heute ist es nicht mehr so ist wie früher, dass eine Ausbildung meist durchs ganze Leben reicht. Heute muss der Arbeitnehmer ein Höchstmaß an Flexibilität mitbringen“, so Stadtrat Manfred Kerl. Das bedeutet eine ständige Weiterbildung und Weiterentwicklung.

„Tatsächlich ist es so, dass die wirtschaftlichen Unternehmen teilweise gezwungen sind, die „einfachen Arbeiten“ auf die Billiglohnländer zu verlagern, um der starken Konkurrenz die Stirn bieten zu können,“ so Sepp Weitzer. Ob wir das wollen oder nicht, es ist eben so.

Leiharbeit begrenzen - Gleicher Lohn für gleiche Arbeit Leih- und Zeitarbeit muss wieder auf ihren eigentlichen Zweck zurückgeführt werden. Denn sie hat sich weniger zu einem Instrument der Flexibilität entwickelt als viel mehr zur Lohndrückerei. Grundsatz Sepp Weitzer: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.
Viele erhoffen sich durch die Arbeit in einer Leiharbeitsfirma die Chance, dass sich irgendwann die Möglichkeit ergibt, einen festen Arbeitsplatz in einem Unternehmen zu bekommen. Leider sieht die Wirklichkeit dabei manchmal ganz anders aus: Da bleibt der schlechte Stundenlohn, die vielen Wochenstunden. Krankheit und Urlaub sind ausgeschlossen.

Familienplanung bleibt auf der Strecke„Oftmals ist es so, dass beide Ehepartner nur einen Leiharbeiterjob haben und sich recht und schlecht über die Runden bringen. An Familienplanung, wie vom Staat gewünscht, ist dann überhaupt nicht zu denken“, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Regensburg-Land, Werner Mühlbauer.

Mehr Flexibilität bei der Berufswahl z.B. durch den Einsatz von Männern in Frauenberufen und umgekehrtZur Flexibilität zählt für die Fraktionsvorsitzende Astrid Siedentop, die in einem großen Regensburger Altenheim tätig ist, dass man in Frauenberufen auch Männer mehr bewirbt. Gerade im Pflegebereich gibt es viele Personaldefizite, nicht zuletzt weil er körperlich sehr anstrengend ist. Diesen Berufszweig sollte man dem männlichen Geschlecht vermehrt näher bringen.

Freiwilliges Soziales Jahr und Firmenschnupperangebote
Ein „freiwilliges soziales Jahr „ wäre für Sepp Weitzer ein „Muss“ und könnte wesentlich zur positiven sozialen Entwicklung der jungen Menschen mit beitragen. Die jungen Sozialdemokratinnen Aylin Quasim und Alina Beitinger erzählten von ihren positiven Erfahrungen, die sie während ihrer schulischen Ausbildung bei Firmenpraktiken haben erfahren dürfen. Dadurch bietet sich den jungen Menschen die Möglichkeit herauszufinden, welcher Beruf für sie der richtige ist.

Fairness auf dem Arbeitsmarkt
Eleonore Mayer: „Wir brauchen eine neue Kultur der Arbeit. Die Gesellschaft hat sich verändert. Ethik und Moral spielen heute nicht mehr die Rolle, wie das früher einmal war.
Das Soziale in der heutigen Gesellschaft kommt leider viel zu kurz. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen solidarisch und moralisch miteinander umgehen, nur so kann der innere Frieden gewährleistet sein. Durch einen festgelegten Mindestlohn wird sichergestellt, dass der Arbeitnehmer der 40 Stunden in der Woche arbeitet, davon seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Es darf nicht sein, dass der Steuerzahler für den Arbeitgeber einen Teil der Löhne bezahlen muss.“

Herzlichen Dank an Sepp Weitzer und an unsere Gäste für die wertvollen Diskussionsbeiträge.

Gabriele Drallmer
1. Ortsvereinsvorsitzende
SPD-Neutraubling

 

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