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SPD Neutraubling.

Wir haben unser 60-jähriges Jubiläum gefeiert! :

Veranstaltungen

 Viele Vertreter der Neutraublinger Vereine und Organisationen und der Politik waren bei unserer Jubiläumsfeier mit dabei.

Das hat uns außerordentlich gefreut, denn sie sind es, die durch ihr großartiges Engagement das Leben in unserer kleinen Stadt lebenswert machen.

 Es sind nicht nur die vielen Arbeitsplätze, die Neutraubling zu bieten hat, auch nicht weil in Neutraubling alle Schularten angesiedelt sind, was unsere Stadt als Wohnort so attraktiv macht. Nein, es sind die vielfältigen Kultur und Freizeitangebote, die Neutraubling seinen Bürgern aus über 70 Nationalitäten bieten kann.

 Unsere Stadt ist rasant schnell gewachsen. Durch die Vernetzung  aller Organisationen  und dem stetigen Dialog mit unserer  Politik  hat sich Neutraubling dennoch eines bewahrt,  Neutraubling ist keine anonyme Stadt, größtenteils kennt man sich.  Die Politik ist so weit es möglich ist unbürokratisch. Viele Dinge lassen sich oftmals einfach lösen,  weil man  miteinander spricht. Dafür danke ich allen Verantwortlichen der Gesellschaft und der Politik für das gute Miteinander. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass sich Neutraubling so positiv weiterentwickelt.   Dafür war und wird die SPD Neutraubling immer ein verlässlicher Ansprechpartner sein.

 Sehr zur Freude der SPDler waren gleich zwei Bürgermeister, Herr 1. Bürgermeister Heinz Kiechle und Frau 2. Bürgermeisterin Gisela Kokotek sowie Vertreter aller politischen Organisationen der Einladung der SPD gefolgt.

 Auch die Landespolitikerin Frau Margit Wild war trotz ihrer vielen Termine zur Jubiläumsfeier gekommen.

 Herr 1. Bürgermeister Heinz Kiechle lobte in seinem Grußwort die Neutraublinger SPD, sie habe sich stets für eine sachbezogene Politik mit Augenmaß eingesetzt. 50 % der Bürgermeister in Neutraubling stellte bisher die SPD.

 Die ehemalige Bürgermeisterin Eleonore Mayer führte die Gäste in ihrer Erzählung zurück in den Alltag der 50er Jahre in Neutraubling. Der erste Bürgermeister der Stadt Hans Herget wurde von den im Jahr 1952 bereits 1.500 Einwohnern Neutraublings oftmals beschmunzelt, wenn er von seiner Zukunftsvision von 6.000 Einwohnern in Neutraubling sprach. Es gab damals 878 Arbeitsplätze in 38 Betrieben. Eine Strickerin verdiente beispielsweise 0,65 Mark in der Stunde. Von einer Gleichstellung der Frauen in der Arbeitswelt konnte gar keine Rede sein, sie verdienten weit weniger als die Männer. Im Schlangenbau betrug die Durchschnittsmiete für eine Wohnung mit 1 Zimmer und Küche 14,10 Mark im Monat. Wenn man bedenkt, dass ein Pfund Rindfleisch 2,29 Mark und 125 Gramm Butter 0,80 Mark kostete, musste schon sehr sparsam gehaushaltet werden, so die äußerst  interessanten Ausführungen von Eleonore Mayer.  

 Der Historiker Rainer Ehm vertiefte die Zeitreise noch mehr und führte die Gäste dann noch weiter zurück in die Entstehungsgeschichte der SPD, die nun schon bald 150 Jahre alt ist. Da gab es sehr viel zu hören, was vielen schon in Vergessenheit geraten war oder man gar nicht wusste, wie bedeutsam die Politik der Sozialdemokraten war. Am 17. Oktober 1869 gründeten 25 Männer den "Sozialdemokratischen Arbeiterverein Regensburg", den ersten in der Oberpfalz. Der Verein zählte bereits binnen weniger Tage über 70 Mitglieder aus Regensburg und Umgebung. Frauen durften bis 1908 aufgrund gesetzlichen Verbotes keiner Partei angehören. Sogar der Besuch von politischen Veranstaltungen war ihnen verboten. Deshalb gab es viele Tarnvereine sogenannte „Frauenvereine“.

Die Lebensumstände seinerzeit waren für uns unvorstellbar.  Erst durch den Erwerb des Bürgerrechts erhielt man ein Stimmrecht. Es bestand für Reiche auch die Möglichkeit gleich mehrere Bürgerrechte also Stimmrechte zu kaufen. Das Bürgerrecht in Regensburg und den meisten Umlandgemeinden kostete zum Ende des 19. Jahrhunderts  85,-- Mark, wurde um 1910 dann allerdings gesenkt. Um die Jahrhundertwende verdiente ein einfacher Arbeiter etwa 1,60 Mark pro Tag!

Besonders betonte Rainer Ehm die Bedeutung der Sozialdemokraten und deren Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus. Höchst dramatisch war das erste Halbjahr 1933 – die NS Machergreifung -  für die Regensburger SPD. Mit der Ernennung Hitlers im Januar 1933 zum Reichskanzler und der folgenden schrittweisen totalen Machtübernahme der Nationalsozialisten,  begann für die Sozialdemokratie die dunkelste Stunde ihrer Geschichte. Am 10. März wurden 15 Genossen in Regensburg in zeitweilige Schutzhaft genommen, darunter auch Karl Esser. Nach teils mehrwöchiger Haft wieder freigelassen, wurden jedoch etliche am 24. Juni erneut verhaftet und am 07. Juli ins gerade eingerichtete KZ nach Dachau transportiert, wo sie unterschiedlich lange festgehalten wurden. Da gehörte schon eine ganze Menge Zivilcourage und Mut dazu – es war lebensgefährlich -  sich politisch dagegen zu stellen. Die SPD hat aber auch diese schwere Zeit überdauert und war maßgeblich am erfolgreichen Wiederaufbau Deutschlands beteiligt, so Rainer Ehm in seinem historischen Rückblick.

 Große Bewunderung erntete  Frau Pianistin Julia Snitkowski. Sie bereicherte die Jubiläumsfeier musikalisch.

 Mit einer Bayerischen Brotzeit ließ man am Mittag die Jubiläumsfeier ausklingen.

 Wir danken allen die dazu beigetragen haben, dass wir eine so schöne Jubiläumsfeier erleben durften.

 Gabriele Drallmer

1. Ortsvereinsvorsitzende

SPD-Neutraubling

 

 

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